Avocado kleine weiße Tierchen

  • Hallo liebe Pflanzenfreunde,


    ich muss mir leider einen Fehler eingestehen. Ich habe bei meiner noch relativ jungen Avocado (vielleicht ca. ein Jahr alt), letztens ein Zewa unter den Topf gelegt um überschüssige Nässe aufzufangen, nachdem ich sie versehentlich etwas zu gut gegossen hatte (ich bitte um Nachsicht, ich bin starker Pflanzenanfänger).
    Ich habe das Zewa leider vergessen. Meine Avocado muss dringend umgetopft werden, die Wurzeln hängen schon ein gutes Stück aus dem Innentopf raus, wollte aber den Winter über warten und es jetzt im Frühjahr machen. Als ich eben meine Pflanze angehoben habe dann die unschöne Situation entdeckt.
    Es liefen hunderte mini mini kleine weiße Insekten durch den Topf, ganz unten das feuchte Zewa. Bin erstmal damit in den Keller, kurzes Video gemacht, dann den Topf heiß ausgespült und einmal die Pflanze unter dem Wasserhahn gut durchgespült. Das war aber so das einzige Notfall-Wissen, was ich als Anfänger habe und ich würde gern mehr wissen, bevor ich zu sinnlosen Maßnahmen greife. Habt ihr eine Idee, was diese kleinen Tierchen sind, ob sie Schädlinge oder Nützlinge sind und woher sie kommen? Kann das feuchte Zewa Schuld gewesen sein? Der Boden war nur leicht feucht. Ich dachte bis gerade die Tiere seien nicht an den Blättern, aber Fehlanzeige, sie sind nur einfach so winzig, dass man kaum eine Chance hat, sie mit bloßem Auge zu entdecken. Unter der Kamera sind sie dann doch aufgefallen. Ich werde die Pflanze gleich versuchen, auch was die Blätter angeht, nochmal gut abzubrausen.
    Ich sollte mir am Besten nur noch Kakteen anschaffen. :(
    Ich hoffe wirklich ihr habt gute Nachrichten und es sind keine Schädlinge.
    Ich werde später noch Bilder von den Wurzeln schicken, wenn die Pflanze mal eine Weile im Wasser stand.

    Liebe Grüße

  • Ich weiß die Bilder sind wirklich schlecht, aber nah ranzoomen hat keinen Sinn, denn die Tiere sind wirklich winzig. Ich habe die Blätter jetzt nochmal abgebraust und einzeln abgewischt, bis kein Staub oder Anderes mehr zu sehen war. Bei einer benachbarten Pflanze, die direkt neben der Avocado stand habe ich dies ebenfalls getan. Ich hoffe ihr könnt mir helfen, ich werde auch noch einmal Bilder der Wurzeln schicken.

  • Ich habe eben schnell versucht mich zu informieren und bin über Wolläuse und weiße Fliegen gestolpert. Für Wolläuse habe ich aber keine wirkliche Woll-Struktur gesehen und alle Tiere die ich gesehen habe saßen entweder im Substrat, oder auf der Oberseite der Blätter und nicht auf der Unterseite, aber kenne mich da ja auch nicht wirklich gut aus.

  • Nicht verzweifeln. Es ist nix passiert, ausser ein ganz normaler Vorgang an passendem Feuchtklima und Nahrungsangebot für Bodenlebewesen.


    Es können Milben sein, es ist wirklich nur sehr schwer was zu erkennen. Die haben sich wohlgefühlt in dem dunklen und feuchten Klima und dann ihre Arbeit aufgenommen. Zersetzen. Kompostieren.


    In jedem einzelnen Topf passiert unsichtbar das gleiche. Die Organismen sind so winzig, es müsste ein Mikroskop her. Die Winzlinge sind prinzipiell überall, also bitte nicht fürchten. Ändert sich das Kleinklima zu trocken, die Population verschwindet wieder. Oder andersrum, sie werken nicht mehr sichtbar, werden wahrscheinlich weniger.


    Wir haben langsam März. Wenn die Wurzeln gerne einen größeren Topf haben möchte, bitte machen. Die Tage werden länger, es spricht nichts dagegen.


    Dann aber danch 6-8 Wochen nicht extra düngen, weil Substrate üblicherweise aufgedüngt sind und eine Zusatzdosis wenig an Nutzen bringt, sondern viel eher eine Überforderung wäre.


    Zeigt sich die Pflanze unbeeindruckt vom krabbelnden Besuch, dann würde ich nicht mehr viel an Wirbel veranstalten. Sie ist geduscht worden, das wird reichen.

  • Okay, danke für die schnelle Antwort. Ich hoffe auch. Ich habe durch die ganze Thripsen Sache an meinen Monsterras meine Avocado leider wohl ein wenig vernachlässigt - die Thripsen habe ich übrigens jetzt soweit ich aktuell sehen kann, besiegt.

    Gibt es vielleicht noch Tipps fürs umtopfen wegen der schon etwas längeren Wurzeln? Ziehe ich die einfach vorsichtig durch die Löcher des Innentopfs mit so wenig Verlusten wie es geht, oder gibt es da etwas spezielles zu beachten. Ist es außerdem notwendig beziehungsweise sinnvoll eine Drainageschicht einzubauen, auch, wenn es einen Innentopf gibt?

    Liebe Grüße

  • Ich mache das aus dem Topf nehmen je nachdem. Geht die Geschichte ohne Gegenwehr (vorher Topfwand einmal im Kreis durchkneten und so den Wurzelballen lockern), dann lässt sich alles so entnehmen.


    Ist die Durchwurzelung aber schon massiv und hat sich im unteren Bereich und durch die Löcher schon recht viel an Masse angesammelt, dann opfere ich den Topf. Mit einer Schere seitlich aufschneiden und den Boden von Loch zu Loch zu Loch durchtrennen. Praktisch wie ein Ei pellen.


    Eine Drainage schadet nicht, grade bei ungeübten Giessern ist die Idee nicht schlecht. Es sind da aber 2 oder 3cm nicht genug. Je tiefer der Topf umso stärker sollte die Drainage sein. Weil eben in der Tiefe die Feuchtigkeit länger steht. In einem flacheren Topf verringert sich das Risiko. Lockeres und durchlässiges Substrat vorausgesetzt.


    Was heisst "auch wenn es einen Innentopf gibt"? :/

  • Also ich verstehe eine Drainage als Platzhalter zwischen Erde und Wasser, damit die Pflanze nicht überwässert werden kann. Wenn der Innentopf jedoch bereits Löcher hat läuft das Wasser aber ja sowieso ab und kann ausgeschüttet werden. Deshalb dachte ich die Drainage seie vermutlich erst bei größeren Pflanzen notwendig - oder ist es so, dass die Pflanze in die Drainageschicht wurzelt und damit bezweckt wird, dass der Boden zwar nicht feucht ist, die Pflanze aber noch ans Wasser kann?

    Eine Frage hätte ich noch. Aktuell hat der Topf einen Durchmesser von ca 15cm.

    Was würden sie als nächst größeren empfehlen? Ich meine mal gelesen zu haben, es sei schädlich einen zu großen Topf zu nehmen.


    Liebe Grüße und Danke schonmal :)

  • Manche schwören auf Drainagen, andere nicht. Weil man Pflanzen auch mit Drainage ertränken kann. Ich selber verwende keine.


    Allerdings ist es so, dass ganz unten im Topf eben kühlere Temperaturen herrschen und wenn die Wurzeln noch nicht wirklich in der Tiefe sind, in dem Bereich eben gerne sehr feuchte Zustände herrschen, die es weiter oben so nicht gibt. Wenn das Substrat dann auch noch verschlämmt, dann ist das der ungünstigste Fall.


    Ich denke 25 bis 30cm am oberen Topfrand dürfen es schon sein. Schädlich ist ein übergroßer Topf nicht zwingend, es ist halt die Frage, fängt eine Pflanze damit was an. Ein Schwachwurzler braucht es nicht und ein Starkwurzler ist eher schon dankbar für viel Platz.


    Es sollte für die nächsten 2-3 Jahre genug Platz da sein für einen bequemen Stand.

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