Befall mit Thripsen, Endgegner?

  • Hallo,


    seit ca einem Monat habe ich das erste Mal mit einer, wie ich finde, ziemlich miesen Art Schädling zu tun. Es fing damit an, daß meine Monstera (obliqua), die bisher immer freudig gewachsen war, gelbe Blätter bekam und mickrig aussah. Ich habe erst gar nicht an Schädlinge gedacht, mich nur gewundert, was die Pflanze plötzlich für ein Problem hat? Als dann zeitglaich andere Pflanzen im selben Raum auffällig wurden, schaute ich genauer nach. Bingo, kleine, schwarze Insekten und noch kleinere Larven, die sich als Thripse identifizieren ließen.


    Erstmal bekamen alle befallenen Pflanzen eine Dusche. Dann versuchte ich es mit Raubmilben - das brachte keine Besserung. Einige Pflanzen mußte ich nun schon entsorgen ;(

    Also griff ich doch zum Insektizid, in dem Fall Spruzit (Fa. Neudorff). Damit nehandelte ich die Pflanzen im Abstand von ca 10 Tagen zweimal - das zweite Mal, weil ich schon wieder erste schwarze Krabbler entdeckte :cursing: Die zweite Behandlung ist jetzt zwei Wochen her,

    Die behandelten Pflanzen scheinen erstmal ok zu sein und erholen sich langsam. Leider entdeckte ich die Thripse auch auf den Schwimmpflanzen in meinen Aquarien - die kann ich unter keinen Umständen mit Insektizid behandeln, hier versuche ich es mit mehrmals am Tag unter Wasser tauchen. Das alles war in einem Zimmer, die anderen Räume/Pflanzen waren Parasitenfrei.


    Und nun habe ich die Mistviecher im nächsten Zimmer gefunden, momentan noch geringer Befall.


    Frage - gibt es etwas, das systemisch gegen diese Schädlinge hilft, also durch gießen?


    Problem ist nämlich, daß ich mit jeder Insektizid Anwendung den Besatz in meinen Aquarien gefährde - das sind zum Teil Garnelen, und für die ist Insektengift tödlich. Notfalls muß ich es machen bzw habe es auch so gemacht, Aquarien abgedeckt und Pflanzen in einem aquarienfreien Raum (Bad) behandelt. Aber weniger riskant wäre eine Anwendung über die Erde.


    Neem - Öl hätte ich noch da, aber das vertrage ich selber nicht so besonders, würde ich ungern großflächig einsetzen.


    Ich bin echt traurig, zum Teil sind die Pflanzen schon Jahrzehnte in meinem Bestand, ich will sie nicht wegwerfen müssen :(

    Hattet ihr schonmal einen Befall mit diesen Schädlingen bei euren Pflanzen? Wie habt ihr sie bekämpft?

    Viele Grüße von Stefanie

    Einmal editiert, zuletzt von Oehrchen () aus folgendem Grund: Tippfehler beseitigt

  • Hallo,

    scheint ja (zum Glück) nicht so ein häufiges Problem zu sein, Thripse bei Zimmerpflanzen. Ich habe sie jetzt in 25 Jahren Pflanzenpflege auch das erste Mal, hätte drauf verzichten können - meine armen Pflanzen :(

    Als systemisches Mittel habe ich jetzt Kombistäbchen mit Wirkstoff Acetamiprimid (und NPK Dünger) gefunden, und werde es damit versuchen. Nur meine Orchideen werde ich einsprühen, damit sie nicht zu viel Dünger abkriegen mit den Stäbchen.

  • Uuuups, der Beitrag ist mir entwischt. Sorry vielmals.


    Thripse sind ein permanentes Problem, nur habe ich langsam den Eindruck, dass durch die heissen und trockenen Sommer die Viecher ideale Lebensbedingungen finden und das auch noch locker.


    Ich habe Gladiolen am Balkon stehen und auch die haben Thripse. Trockene heisse Luft und schon ist es passiert.


    Als dauerhafte Luftverbesserung für einen solchen Fall denke ich langsam auch über Luftbefeuchter nach. Chemie mag ich nicht und das ändert ja auch nix an einem neuen Befall. Der Winter naht und da können sie schon wieder auftauchen. Wobei sie regelmäßig nie ganz weg sind. Sie fallen nur nicht auf, bis der Bestand dann explodiert.

  • Hallo,


    wie gesagt, mit diesem krassen, pflanzenvernichtenden, Befall habe ich jetzt das erste Mal zu tun. Zumindest im Innenbereich.


    Thema Luftfeuchtigkeit - die Thripse sitzen auch auf den Schwimmpflanzen im Aquarium. Das sind zwar offene Becken, aber ich gehe doch davon aus, daß die Luftfeuchtigkeit direkt über dem Wasserspiegel recht hoch ist. Die generelle Luftfeuchtigkeit in meinen Räumen beträgt außerhalb der Heizperiode um die 50%, manchmal sogar 60%, also gar nicht so wenig.

    So richtig kann ich den Zusammenhang trockene Luft/Thripse also nicht herstellen, aber wer weiß, wie viele es wären, wenn die Luft trockener wäre???


    Im Garten/auf dem Balkon wäre ich mit Insektiziden auch zurückhaltender wegen Bienen und Schmetterlingen - da könnte ich zum Beispiel auch Neem Öl nutzen, was im Innenbereich nicht geht, weil ich es in der Menge in geschlossenen Räumen einfach nicht vertrage. Wobei auch Neem insektizide Wirkung hat.

    Naja, ich hoffe jetzt, daß die Kombi Stäbchen etwas bringen, und ich die restlichen Pflanzen retten und vor Neubefall bewahren kann, das Mittel hat laut Hersteller eine Langzeitwirkung von 8 Wochen.

  • Es gibt noch eine andere Variante......... Alles an Pflanzen wiederholt im Bad abbrausen und zusätzlich die Räume mit einem Dampfreiniger (kann im Handel ausgeborgt werden) großflächig reinigen. Auch die Fenster.


    Bei einem Befall in Gewächshäusern wird auch alles rigoros durchgeputzt. Teilweise alles raus und leer hergerichtet. Ähnlich sollte das auch in Räumen gemacht werden, weil überall Larven und Eier sitzen können und die kriegt man nicht mit ausschliesslicher Behandlung von Töpfen und Pflanzen in den Griff.


    Ich persönnlich hätte in Deinem Fall wirklich Kopfweh in Richtung Winter..... Da kann man nichtmal gescheit lüften.

  • Ein Gewächshaus ist ja auch etwas übersichtlicher als eine Wohnung normalerweise :)


    Bis vor kurzem war das Ungeziefer nur auf Pflanzen in einem Raum aktiv und sichtbar. Diese habe ich auch abgeduscht - wofür ich wiederum die im Bad stehenden Pflanzen evakuieren mußte, damit sie möglichst nichts abkriegen.

    Wenn ich jetzt alle Pflanzen ins Bad schleppe und abdusche, verteile ich die Thripse garantiert, darum bin ich damit noch vorsichtig.

  • Ist es sicher, dass das Thripse sind? Die findet man eher nicht aus der Ferne, da braucht es ein genaues Auge auf eine winzige Fläche. Nur so als Idee....

  • Ja, ganz sicher Thripse.

    Genau, man findet sie nicht auf die Ferne - deshalb ist mir die Monstera auch erst fast eingegangen, bis ich endlich mal genauer hingeschaut habe! Zu meiner Verteidigung - ich sehe sehr schlecht, muß dann mit Lupe gucken, oder ohne Brille nah ran...

    Besagte Pflanze gehört zu denen, die ich mit Spruzit behandelt habe. Sie erholt sich gerade wieder, ich sehe ein paar neue Sprosse.

  • Alles sehr schade, ich kriege Angst um meine ganzen Pflanzen hier in meiner Wohnung. Ich habe 54m², Fenster nach Westen raus zum Balkon, Balkonpflanzen (2 Herbstastern oder Chrysanthemen (muß ich in einem anderen Thread noch abklären gleich)). 2 Allocasia, 6 Yuccas, eine Monstera Deliciosa und einen Gummibaum, das einzigste, was ich (noch) an Befall habe, sind Schildläuse, da zu ich nicht allzuselten überall durchkucken und abkratzen. Schlimmen Befall hatte ich aber auch schon, mannn war das eine Arbeit... Wennn das wieder so kommt, schmeiße ich alles weg und kaufe mir nur noch Kunstblumen, derer ich schon so einige zwischen meinen echten Pflanzen rumstehen habe, bunte Tulpen, Rosen etc. Ich weiß, dieser ganze Plastikscheiß, sehr zweifelhaft... aber das ist ein anderes Thema

  • Es sieht ganz gut aus an der Thrips - Front. Also schlecht für die Thripse, gut für die Pflanzen.


    Mein Sorgenkind, die Monstera, zeigt keinen Neubefall und treibt fleissig neue Blätter.

    Die Kombi Stäbchen habe ich jetzt verteilt (was ein Spaß, die in mineralisches Substrat zu versenken || ) und hoffe, damit erwische ich auch die Thripse, die ich bisher noch nicht entdeckt habe...


    Von zwei meiner Pflanzen, die ich entsorgen mußte, konnte ich Ableger retten, die auch anzugehen scheinen.

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