…schwierige Alocasia Zebrina

  • Hallo zusammen,


    Mitte Dezember habe ich mir endlich den großen Wunsch nach einer Alocasia Zebrina erfüllt.


    Ich weiß das die Pflanze nicht ganz einfach ist, hatte jedoch gehofft es richtig zu machen


    Sagen wir so: sie zeigt mir gerade das dem nicht so ist.


    Standort ist ein lichtdurchfluteter Erker, keine direkte Sonne
    Heizung 2m entfernt
    Substrat besteht der 1/2 Topf aus Seramis, darüber Palmenerde von Composana


    Ich schaue das die Pflanze auf keinen Fall trocken wird, habe nun als Maßnahme einen Luftbefeuchter bestellt und einen Stab mit dem man in die Pflanzenerde pieken kann um die Feuchtigkeit zu messen ( das kommt aber erst am Montag an )


    Temperatur im Wohnzimmer zwischen 17-21*


    Blätter werden von mir auch abgewischt


    Nun hat das kleinste, neueste Blatt gelbe Färbungen, die großen Blätter bekommen braune Spitzen.


    Ist der Pflanze zu kalt? Zu nass?



    Mochte sie die Umstellung aus dem Geschäft nicht?


    Eine ebenfalls hier stehende Monstera wächst wie verrückt


    Vielleicht könnt ihr mir helfen. Ich liebe diese Pflanze und möchte sie gut versorgen

  • Ich halte die Kombination von Seramis unten und Substrat oben für problematisch. Das Palmensubstrat wird wesentlich schneller trocken, wo das Seramis unten das Wasser hält. Das lässt sich nicht zuverlässig kontrollieren und damit ist giessen ja/nein ein Ratespiel.


    Ich würde austopfen und komplett auf Palmensubstrat gehen. Vielleicht ein paar Streusel Seramis dazumischen.


    Empfehlenswert ist auch weiches Wasser. Regenwasser so vorhanden, oder aber die Mischung von destilliertem Wasser mit Leitungswasser. Je nach Wasserhärte mehr oder weniger Beimengung vom destillierten Wasser. Das gerne handwarm gegossen, Wurzeln empfinden warmen Regen als schmeichelnd. Kälte wird nicht geschätzt.


    Die Sache mit der mangelnden Luftfeuchte=braune Spitzen braucht ein dauerhaftes Konzept. Sei es ein größerer Zimmerspringbrunnen, aufgestellte Gefäße mit warmem Wasser, was auch immer. Nur besprühen oder nur abwischen ist nicht genug.


    Bei Fragen bitte fragen.

  • Vielen Dank für Deine Antwort.


    Regenwasser kann ich sammeln, das wäre möglich und das könnte ich auch in der Wohnung auf Zimmertemperatur erwärmen


    Das mit dem umtopfen werde ich machen. Das Seramis war als Staunässeschutz gedacht. War vielleicht zu einfach gedacht.


    für die Luftfeuchtigkeit habe ich einen kleinen Vernebler bestellt der dann nur diese Pflanze versorgen soll und im Intervall Dampf abgibt. Ich hoffe das funktioniert dann besser


    Im Sommer klappt es in diesem Raum besser, jetzt zur Heizperiode ist es wahrscheinlich einfach zu trocken für die Tropendame

  • Sehr schön und guter Plan :)


    Bitte weiterhin berichten, falls und wenn sich was verbessert und hoffentlich nichts verschlechtert.

  • Die Pflanze verträgt direkte Sonne, vA im Winter ist das wichtig. Im Sommer die pralle Mittagssonne eher nicht, aber da ist das Problem weniger die Sonne sondern Trocken-/Hitzestres usw usf.


    Lichtdurchflutet bedeutet in den trüben, kurzen Tagen für die Pflanze einfach (Dunkel)Stress. Vernässtes Substrat, kaum Wachstumsimpulse bzw Energie führen zu Problemen im Auf-/Abbau von Zellstrukturen usw usf. Gelbe Blätter sind dann normal. Im schlechtesten Fall Wurzelschäden wg Nässe.


    Zum Thema Staunässeschutz: Staunässe entsteht, wenn Wasser nicht abfließen kann. Diese hohen Über-/Töpfe sehen zwar stylisch aus, bedeuten für die Pflanze in Konsequenz auf Dauer aber Luftmangel an den Wurzeln. Es gibt keine Bodenfauna für Belüftung usw, das Eigengewicht verdichtet noch mehr und in der Tiefe ist es defacto fast anaerob, dicht usw. dh hier können kein Wurzeln auf Dauer bestehen.
    Wenn ein hoher Topf, dann wenigstens mit Löchern unten und im besten Fall auch seitlich. Da kann keine Staunässe entstehen, und es ist wenigstens halbwegs gutes Luftklima für Wurzeln.


    Die Pflanze ist ja noch relativ klein. Die werden über 2m hoch und benötigen entsprechend belüfteten Wurzelraum. Das Höhenwachstum ist vorgegeben und somit auch der Wurzelraum für eine solche Pflanze.


    Palmerde ist nicht unbedingt das beste Substrat für die Pflanze in solchen Töpfen. Hier braucht es sturkurstabile Bestandteile. Man kann Palmerde mit Lava, Bims, Rinde, groben Quarz usw mixen. Vor Allem die Topfhöhe mit dem Eigengewicht wird sonst zum Problem.


    Regenwasser ist gut, Gießverhalten (bei hohen Töpfen bieten sich Feuchtemesser an) auf Pflanzenbedürfnisse anpassen. Winter trockener halten, Sommer durchgängige Feuchte abhängig von Luftfeuchte, Temperatur usw. je mehr Hitze desto mehr Wasser für Kühlung usw.


    Die trockene Luft ist sicherlich nicht gut, aber sie wird es überleben. Im Sommer sollte die Feuchte von slebst hochgehen. Im Winter ist ein Befeuchter sicherlich ne gute Idee, wenn es on der Raumgröße her schaffbar ist dauerhaft auf über 50% zu kommen.

    Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.

  • Danke Caleb für Deine Antwort


    Der Topf ist ein Fudeltopf. Darin ist ein Kubus, ca 37x37x40cm, also nach unten nicht wirklich tief.


    Ich dachte mit dem Seramis geht es als Unterschicht.
    Das werde ich aber noch ändern und dann schauen das ich genug lockere Erde schaffe und das Seramis ggf mit einarbeite


    Meinst Du dann geht so ein Topf? Wie gesagt ist er eher quadratisch und nicht so tief wie man optisch annehmen würde
    Ansonsten kann ich den Innentopf sicherlich auch noch mit einem kleine Ablaufloch versehen


    Ich würde mich freuen wenn die Pflanze so gross wird - das ist der Wunsch, nur wäre eine grössere noch teurer gewesen und da hab ich mich nicht heran getraut


    Bisher sind die Schäden ja noch klein, ich wollte nur sofort reagieren bevor ich ihr noch weiter schade. Es wäre so schade wenn meine Traumpflanze meine Fehler nicht übersteht.


    Und ich bin überrascht das die Monstera in der dunkleren Ecke so gut zurecht kommt - deswegen dachte ich der Erker sei hell genug. Wenn draußen die Sonne scheint ists hier wirklich hell drin :)

  • Achso. Nja, das wird halt auf Dauer jedenfalls zu Problemen führen, wenn nur oben Luft rankommt, weil hier halt keine Bodenfauna großartig existiert. Da sollte unten wenigstens noch Luft rankommen. Dann hat man die Sache mit der Staunässe, Hitze-/Wärmestau im Sommer usw auch gleich erledigt.Die Luft in so einem Übertopf kann halt nicht wirklich weg oder zirkulieren und wenns 30 Grad sind, wird die Konstruktion sehr warm am Wurzelbereich.


    Was ich sagen will: So Übertöpfe sind stylisch, nützen Pflanzen aber nichts, sondern können eher zu Problemen führen.


    Neues Substrat und anderer Topf. Der Standort kann ja so bleiben. Scheint Sonne rein, wird sich die Pflanze darüber auch sehr freuen. In der Heimat bekommen die ungefiltert Licht und auch mal direkte Sonne und im Zimmer ist Sonne fast so gut wie Halbschatten draußen (je nach Art der Fenster bzw deren Filter).



    Zur Monstera: Die wachsen im Babystadium im Schatten bzw gezielt in den Schatten hinein, da sie so große Bäume suchen, an denen sie hochranken können. Die Pflanze ist noch sehr klein und wird bald mit dem wenigen Licht Probleme bekommen. Hier ist die Tendenz zum Licht schon erkennbar. Solche Pflanzen werden riesig (ber 20m) und sollten von Beginn an iwo ranken können. Am Besten ein stabiles Metallrankgitter. Ansonsten muss man hier ständig abschneiden, dressieren usw bzw wird die immer mehr zum Licht wollen und braucht iwann auch mal Sonne, damit sie gesund bleibt.

    Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.

  • Puh


    Vielen Dank für Deine Mühe so ausführlich zu antworten! Gerade auch in Bezug auf die Monstera


    Dann halte ich wohl mal Ausschau nach einem neuen Topf und werde das bisher geplante zusätzlich umsetzen


    Ich berichte in einiger Zeit mal wie es funktioniert :)


    vielen Dank!

  • Hallo zusammen, nun ist einige Zeit ins Land gegangen.


    Luftfeuchtigkeit und warmes Wasser habe ich zB sofort umgestellt. Die Erde erst etwas später. Und ich kann sagen: die Erde war der springende Punkt. Seitdem ich die geändert habe steht die Pflanze deutlich besser da. Es entstehen gerade sogar zwei neue Blätter


    Ich habe noch eine kleine Alocasia zebrina in schwarz dazu bekommen und hoffe mit ihr läuft es auch so gut.

  • Die sollte in den nächsten Monaten ein paar neue Blätter schieben. Nicht erschrecken, wenn die sich von den ältesten Blättern trennt.


    Viel Erfolg weiterhin.

    Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.

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