Schwarzer Olivenbaum (Bucida buceras) verliert Laub

  • Hallo liebes Forum,


    seit Anfang letzten Jahres steht im Eingangsbereich meines Instituts ein Bucida Buceras Baum. Diesem erging es bisher leider nicht so gut. Der Baum wurde im Februar 2021 in einem beheizten Transporter liegend angeliefert und in den dafür vorgesehenen Bereich verpflanzt. Zwecks gießen wurden wir von der den Baum verkaufenden Firma informiert, dass einmal die Woche gießen ausreicht. Schon bei der Anlieferung viel mir auf, dass die obersten Triebe des Baums vertrocknet aussahen – dies betraf aber nur einen sehr kleinen Teil des Baums, der Rest der Krone sah sehr vital und dunkelgrün aus. Schon kurze Zeit nach Ankunft des Baumes (ca. nach 1-2 Wochen) begannen erst wenige dann immer mehr Blätter am Baum zu „vertrocknen“ und dann abzufallen. Es war die gesamte Krone betroffen. Der Baum wurde die ganze Zeit über, so wie es uns von der Firma gezeigt wurde, einmal wöchentlich gegossen. Dies ging soweit, dass im April/Mai 2021 ca. 2/3 des Baumes kein vitales Laub mehr hatten. Im Mai/Juni 2021 dann plötzlich die Wende: Obwohl es keine Änderungen in der Pflege oder am Standort gab, ergrünte der Baum plötzlich kräftig und begann sogar zu blühen. Bis Herbst 2022 war der Baum fast vollständig grün. Im Februar/März 2022 begann das Problem von Neuem: Blätter schienen zu vertrocknen und hängen tot am Baum oder fallen ab. Dieses Jahr gab es aber keine Besserung der Situation im Frühsommer. Zur Zeit sind auch viele gelbe Blätter am Baum, es sterben auch ganze Astbereiche ab.


    Zum Standort: Der Baum wird über Pflanzenleuchten von oben mit Licht versorgt (timergesteuert), da er zwar zweiseitig vor Glas steht, hier aber eine automatische Beschattungsanlage installiert ist.
    Da der Baum im Eingangsbereich steht (ca. 3-4m von der Eingangstür entfernt), ist kurzzeitig Zugluft nicht ausgeschlossen.


    Luftfeuchtigkeit: 30-40%, an feuchten Tagen auch mal 50%, aber sehr oft so um 35%


    Dünger: wurde Wohl beim Einpflanzen mit eingebracht, seitdem nicht mehr


    Bewässerung: Im Pflanzbehältnis ist eine Gießeinrichtung integriert, der Baum wird darüber manuell mittels Schlauch einmal die Woche gegossen. Bewässerung erfolgte somit sowohl in der Zeit, wo es dem Baum sehr schlecht ging, als auch in der Zeit, wo es ihm gut ging, vollkommen gleich. Menge kann ich schwer schätzen...so ca. 1,5-2min mit Gardena-Brause


    Im Anhang ein paar Bilder vom aktuellen Zustand. Kennt sich jemand mit dieser Baumart aus, und hat einen Rat?


    Liebe Grüße,
    Rike

  • seit Anfang letzten Jahres steht im Eingangsbereich meines Instituts ein Bucida Buceras Baum. Diesem erging es bisher leider nicht so gut. Der Baum wurde im Februar 2021 in einem beheizten Transporter liegend angeliefert und in den dafür vorgesehenen Bereich verpflanzt.


    Das ist für die "Fachfirmen" wieder typisch. Nicht böse sein, mein Entsetzen geht gegen die Leute, die das verbrochen haben :(


    Der Weg zum Transporter und vom Transporter ist für den Kunden nicht nachzuvollziehen. Beheiztes Auto ja, aber was ist vorher und nachher? Will man sowas machen, das darf es keine Sekunde auch nur einen Hauch von Aussenkälte geben. Geht Kälte drüber, dann gibts auch zeitverzögert Kälteschäden. Kann Laubfall sein, kann Totholz sein.


    Dazu kommt das Thema giessen. Einmal in der Woche ist wieviel? Kann das kontrolliert werden? Weiss die Kundschaft wie kontrolliert und geprüft wird? Haben die nach der Aktion gründlich gegossen? Haben die in der Folgezeit ihre Pflanzung betreut und kontrolliert? Es gibt eine Gewährleistungspflicht, das Thema gehört der Firma und nicht dem Kunden.


    Ein Auftragnehmer = ausführende Firma hat die Pflicht, eine Arbeit abzuliefern, die keine Beanstandungen nach sich zieht. Gibt es Beanstandungen, dann sind diese zu beheben.


    Ich würde mir einen der Kameraden herzitieren und protestieren. So geht das ganz sicher nicht, wo die Pflanze ganz sicher einen Haufen Geld gekostet hat und niemand mit permanenten Laubfall ratlos daneben stehen braucht.


    Eine Frage noch, wie tief sitzt der Ballen/Stamm im Gefäß? Fingerprobe bitten. Die obere Schichte um den Stamm entfernen. Gerne auch mit Fotos.


    Noch eine Frage, wächst das irgendwas? Oder steht da alles nur reglos da?

  • Hallo kuerzlich,
    danke für deine ausführliche Antwort. Leider scheint diese Forma wirklich ein absolut schwarzes Schaf gewesen zu sein. Wir haben natürlich letztes Jahr sofort der Firma gemeldet, dass der Baum stark Blätter verliert. Es wurden haarsträubende Theorien aufgestellt (Das sei vollkommen normal, Der Baum steht einfach zu dunkel, da können wir ihn ja gleich in den Keller stellen (trotz der extra dafür installierten, dafür konzipierten Pflanzleuchten), und, meine Lieblingstheorien, der "Baum sei einfach nicht glücklich").


    Verzögerter Kälteschaden kann sehr gut sein ja. Mich irritiert aber vor allem. dass es dem Baum zwischenzeitlich so gut geht - er hatte volles, dunkelgrünes Laub und Blüten. Und dann wider dieser starke Blattverlust. Würde sogar sagen, jetzt übers Wochenende ist es nochmal schlimmer geworden. Ich habe mir schon eingebildet in den letzten Wochen auch mal zaghafte neue Blätter zu sehen...viele sind aber aber direkt wieder gelb geworden und abgefallen.


    Zum Thema Gießen: Ich hatte zwischenzeitlich mit einer anderen Firma Kontakt, die sich auf diese Bäume spezialisiert hat, und da wurde mir gesagt, Bucidas mögen kurzzeitlich sogar stehendes Wasser, und sie selber gießen bei Bäumen dieser Größe 60-80L pro Woche. So viel bekommt der Baum nicht mal ansatzweise. Leute von der Firma hatten uns damals gezeigt wie zu gießen ist, das war vllt. höchstens ne Minute mit dieser Gardena Brause besprüht. Da habe ich schon immer mehr gegossen dann. Aber ich würde schätzen dass das insgesamt nicht mehr als 30L sind, was der Baum pro Woche bisher bekommt. Ich versuche das mal abzumessen. Mit der Menge ist er ja aber auch so schön grün geworden letzten Sommer?


    Bezüglich der Tiefe des Ballens im Gefäß schreibe ich dann noch einen Nachtrag, wenn ich das überprüfen kann.


    Wie sieht es mit der Luftfeuchtigkeit aus, kann das ein Problem sein, wenn die nur so bei ca 35% liegt?


    Viele Grüße
    Rike

  • Hallo


    eine Anwuchspflege für die ersten zwei Jahre wäre nicht schlecht gewesen.


    Ich muss sagen, ich kenne diese Art nicht und im Netz findet sich über die Pflege auch nicht sehr viel, bleiben ein paar Infos über Heimat und Habitat.


    Grundsätzlich gibt es noch ein paar offene Fragen, welche vor allem auch den Wasserhaushalt betreffen: in welches Substrat wurde der Baum gepflanzt? In welchem angezogen bzw. Geliefert? Es gibt einen Wasserstandsanzeiger, gibt es ein Reservoir oder anderes System?
    Der Baum wurde in wahrscheinlich in einem Container geliefert mit evtl. nur 60 cm (?) Durchmesser. Die Pflanzfläche bzw. das Gefäß ist ein gutes Stück größer, muss aber erst durchwurzelt werden. Das Gießwasser muss den Ballen auch erreichen. Je nach System bringt es mitunter wenig, undurchwurzeltes Substrat zu überbrausen . Wie viel Wasser letztlich benötigt wird, hängt stark von den Temperaturen ab und der Größe einer Pflanze. Wind gibt es ja nicht und Sonneneinstrahlung bedingt.


    Licht: da hätte die Firma durchaus vorher beraten sollen, entweder über passende Pflanzenleuchten oder eine passende Pflanze nach den Gegebenheiten anbieten.


    Auf Wikipedia wird der Baum als halbimmergrün beschrieben, welcher bei längerer Trockenheit durchaus mal die Blätter wirft, allerdings kenne ich es bei regengrünen Bäumen so, dass die Blätter in Trockenzeiten vergilben und abgeworfen werden, aber NICHT am Baum absterben und vertrocknen. Es sind bei eurem Baum eigentlich nur die Zweigspitzen, welche vertrocknen, oder?


    Transportschaden oder -kälte kann es meiner Meinung nach nicht mehr sein.


    Zu tief gepflanzt? Möglich, der Stammfuß / Wurzelanlauf ist nicht zu erkennen.


    Der Baum ist nicht glücklich, sieht nicht so aus. Die Frage ist nur warum.

  • Kalte Zugluft ist sehr schlecht für den Baum. Dass die Probleme im Winter wieder anfingen, ist da ein gutes Zeichen. Der Baum entstammt der tropischen Karibik bzw dem Mittelamerika und ist extrem kälteempfindlich. Dh der Kälteschaden mit den abgestorbenen Zweigen usw entwickelt sich gut bei Temperaturen unter 10 Grad. Kalte Zugluft ist da im Winter einfach Gift für den Baum. Er sollte permanent über 20 Grad stehen. Die toten Zweige bzw Äste werden sich nicht erholen. Für den nächsten Winter muss man sich zwingend Gedanken machen, wie man erneuten Kälteschaden vermeidet.


    Desweiteren ist das Substrat sehr infrage zu stellen. Die Bewässerung mit der immer gleichen Wassermengen ist auch nicht so das passende. Der Baum braucht zwar regelmäßig Wasser, aber hier muss individueller gegossen werden.


    Ich weiß, dass die schwarze Olive relativ beliebt ist als Innenbegrünung für Atrien, Foyers usw, aber dann muss die Temperatur, Licht usw stimmen. Hier wäre es sehr ratsam, wenn man sich einen Experten zur Hand nimmt, der sich die Beleuchtung, Wassermanagement, Boden usw noch mal anschaut. Der Baum war bestimmt nicht preiswert und so, wie es jetzt gerade ist, kann es nicht bleiben.

    Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.

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